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jeder Mensch ist ein Künstler


( das populärste Zitat des Künstlers Joseph Beuys]. Von vielen, auch Kunsthistorikern, falsch verstanden und benutzt)
Damit ist nicht gemeint, dass jeder Mensch ein Maler, ein Bildhauer, Schriftsteller etc.
sei oder werden solle.

Gemeint ist, daß jeder und jede kreative Fähigkeiten besitzt,
die erkannt und ausgebildet werden müssen. Mit diesem Kunstverständnis
(erweiterter Kunstbegriff ) verfolgt er als Professor an der Staatlichen Kunstakademie
in Düsseldorf Ende der 60iger und Anfang der 70iger Jahre die Idee einer
autonomen Hochschule und scheitert teilweise. Er besetzt 1972 mit 52
abgewiesenen Bewerber/innen 100 Tage lang die Kunstakademie.

Lehrsätze zum erweiterten Kunstbegriff
Kreativität ist ein Volksvermögen ! Der anthroplogische Kunstbegriff von B. bezieht
sich auf alle schöpferischen Fähigkeiten. Sie kommen in Medizin, in Landwirtschaft
ebenso wie in Pädagogik, Recht, Ökonomie, Verwaltung etc. vor.
Der Begriff Kunst muß auf die menschliche Arbeit schlechthin angewendet werden.
Das Kreativitätsprinzip ist identisch mit dem Auferstehungsprinzip.
Dieser erweiterte Kunstbegriff führt unweigerlich zu dem, was Beuys die "soziale
Plastik" nennt - eine völlig neue Kategorie der Kunst, eine neue Muse, die den alten
Musen (in den Museen) gegenüber tritt. Ja , Kreativität ist für Beuys für jeden und
jeden in allen Lebensbereichen möglich. Das Leben, Denken und die politische
Arbeit seien "soziale Plastik". Mit dieser "plastischen Theorie" unterliegt jede
menschliche Tätigkeit dem Schöpfungsprinzip der Plastik, das die polaren Qualitäten
von Wärme und Kälte, Chaos und Form, Natur und Geist, Leben und Vergehen
umfasst. Kunst ist das Element, aus dem heraus produziert wird, wo etwas
entsteht....Arbeit, auch geistige Arbeit, ist Kunst.....Schönheit ist der Glanz des
Wahren.... Ich habe mich immer als Hirte gefühlt....Plastik ist eine organische Form,
wie ein Fußabdruck im Sande... Wort und Geste sind Ausdrucksmittel des Künstlers.
Der erweiterte Kunstbegriff bezieht sich auf jeden Menschen, auf die gesamte
Gesellschaft (Originalton Joseph Beuys im Filmportrait des WDR, 1979)
Kreativität ist für Beuys damit auch Freiheitswissenschaft. Alles menschliche Wissen
stammt aus der Kunst, der Wissenschaftsbegriff hat sich aus dem Kreativen
entwickelt.
Beuys fasst den Begriff Plastik also universell auf. Auch der menschliche Gedanke ist
Plastik, die in uns entsteht. Das Denken ist für ihn die eigentliche , elementare Stufe
der Plastik. Plastik ist ein Evolutionsprozess " offen und beweglich " lebendig und
fließend zwischen den Gegensätzen Chaos und Ordnung, organisch und kristallin,
warm und kalt.
Das Ziel ist, den einseitig materiell ausgerichteten, die Menschheit in ihrem
Bewusstsein und ihrem Handeln einschränkendem Wissenschaftsbegriff
aufzubrechen. Logik mit Spiritualität in Einklang zu bringen.
Mit seiner sozialen Plastik hat Beuys den überkommenen Kunstbegriff, der das vom
Künstler geschaffene einzelne Kunstwerk meint, entschieden in Frage gestellt. Es
geht ihm in erster Linie um die künstlerische "Erziehung" des Menschen. Erst , wenn
die Kunst in alle Lehr- und Lebensbereiche integriert sei, könne es eine
leistungsfähige geistige und demokratische Gesellschaft geben.
Der "Erweiterter Kunstbegriff" wird so für B. zum Bestandteil eines gesellschaftlicher
Heilungsprozesses !
 
   
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